Ubootkameradschaft München 1926

Ubootfahrertreffen ab 1954 - Wiedergründung 1959 - Aktivitäten bis Ende 1993

Die Geschichte der Ubootkameradschaft München von der Gründung im Jahr 1926 als Untergruppe München der Unterseeboots-Kameradschaft e.V. mit Sitz in Kiel über die Wiedergründung im Jahr 1959 als U-Bootskameradschaft Groß-Hamburg Untergruppe München bis hin zur heutigen Ubootkameradschaft München 1926.

2. Teil: Vom ersten Ubootfahrertreffen nach dem 2. Weltkrieg über die Wiedergründung 1959 bis Ende 1993.

1954 - 1968

Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland werden ab etwa 1950 militärsche Traditionsverbände wieder zugelassen. Die noch nicht als Verband organisierten Ubootfahrer des 2. Weltkriegs treffen sich erstmals nach dem Krieg am 15. und 16. Mai 1954 in Hamburg im Winterhuder Fährhaus. 1956 kommen sie erneut in Kiel beim Treffen des bereits 1952 wiedergegründeten Deutschen Marinebund von 1891, zu dessen Präsident 1953 Otto Kretschmer gewählt wurde, zusammen.
Mitteilungen der Unterseeboots-Kameradschaft Am 22. Juni 1959 hat Dr. Wolfgang Pohl auf Anregung der Hamburger Kameradschaft mit Adi Schnee an ihrer Spitze und einiger Münchener Ubootfahrer - hier ist vor allem Max Schadhauser zu erwähnen - zum ersten Treffen der Ubootfahrer im Münchener Raum aufgerufen und für den 14. Juli 1959 in die Torbräu Gaststätten im Tal (am Isartor) eingeladen. Zu diesem Gründungstreffen der heutigen Ubootkameradschaft München 1926 in den Torbräu Gaststätten trafen zwei Telegramme ein:
Telegramm Dönitz Aus Aumühle vom ehemaligen B.d.U. Karl Dönitz und
Telegramm Adalbert Schnee aus Hamburg von Adalbert Schnee, dem Vorsitzenden der dortigen Ubootkameradschaft.

Gründungsmitglieder waren:
  1. Alfons Müller (†)
  2. Paul Sikorsky (†)
  3. Peter Selck (†)
  4. Hans Hierl (†)
  5. Alfred Arendt (†)
  6. Georg Rettenbeck (†)
  7. Karl Heinz Esser (†)
  8. Ulrich Rothenbacher
  9. Robert Wörle (†)
  10. Alfons Gantner (†)
  11. Max Hufnagl (†)
  12. Rudolf Zeilhofer (†)
  13. Dr. Wolfgang Pohl (†)
  14. Walter Burghagen (†)
  15. Max Schadhauser (†)
  16. Gerhard Pokorny (†)
  17. Fritz Riesinger (†)
  18. Alfred Hellepart (†)
  19. Alfons Grotz (†)
  20. Josef Henn (†)
  21. Helmut Angermeier (†)
  22. Siegfried Schorner (†)
Das waren etwa 50% der damals in München bekannten Ubootfahrer der Kriegsmarine.
Interessant ist der Briefkopf des Protokolls über die Gründungsversammlung hinsichtlich der Parallelen zur Ortsgruppe München des Jahres 1926:
Briefkopf Untergruppe München Insgesamt werden drei Treffen im Zwei-Monatszyklus durchgeführt. Es gibt allerdings noch keine organisatorische Erfassung der Teilnehmer hinsichtlich einer existierenden Mitgliederliste. Diese erfolgt gemäß schriftlicher Beitrittserklärung beim fünften Treffen am 14.03.1960, bei dem folgende Kameraden ihren ihren Beitritt erklären:

  1. Helmut Angermeier (†)
  2. Karl Heinz Esser (†)
  3. Georg Högel (†)
  4. Alfred Höß (†)
  5. Johann Kordick (†)
  6. Edmund Pfaller (†)
  7. Dr. Wolfgang Pohl (†)
  8. Ulrich Rothenbacher
  9. Fritz Soterius von Sachsenheim (†)
  10. Max Schadhauser (†)
  11. Ernst Schöller (†)
  12. Robert Wörle (†)
Am 16. und 17.09.1961 findet in Hamburg und Kiel das Treffen der Kameradschaftsführer statt, bei dem die Vereinigung aller Kameradschaften zu einem Verband beschlossen wird. Ab November wird daraufhin der Briefkopf der UK - mit mittlerweile 52 Mitgliedern - geändert:
Briefkopf Untergruppe München Vom 09. - 10.06.1962 nimmt eine Abordnung der UK München am 3. Nationalen Ubootfahrertreffen in Kiel teil.
Einladung 3. Bundestreffen Kiel 09.05.1964 Großadmiral a.D. Dönitz besucht zum zweiten Mal die UK München.
3. Internationales Ubootfahrertreffen in München Im selben Monat findet über Pfingsten vom 15. bis 18. Mai 1964 das 3. Internationale Ubootfahrertreffen in München statt. Über 200 Teilnehmer aus sechs Nationen folgen der Einladung nach Bayern. Foto: Kranzniederlegung im Hofgarten.
Auch kameradschaftsintern wird dieses erfolgreiche Jahr für die UKM international abgeschlossen: Kamerad Karl Huber berichtet über eine Weltreise, die er 1963 unternommen hatte.
Im April 1965 findet die erste Kontaktaufnahme zur dritten deutschen Ubootfahrergeneration in München statt:
Besatzung U 8 in Starnberg und München Starnberg hatte in diesem Jahr die Patenschaft über das Uboot U 8 der Bundemarine übernommen und die Besatzung unter der Führung ihres Kommandanten, OLt.z.S. Ullmann, zu einem Besuch nach Starnberg eingeladen. Die UKM wollte es sich nicht nehmen lassen, der Starnberger Patenbesatzung neben der Besichtigung der Schifffahrtsabteilung des Deutschen Museums auch Münchener Kameradschaftsleben näher zu bringen, was anläßlich der vorliegenden Berichtslage offensichtlich intensiv gelungen ist. Besatzung U 8 bei der UK München V.l.n.r.: N.N., Hein Esser, OLt.z.S. Ullmann (Kdt U 8), Heinrich "Ajax" Bleichrodt

Am 14. September 1966 sinkt U-Hai in einem Sturm auf der Doggerbank. 19 Seeleute kommen ums Leben. Dr. Pohl kondoliert dem Kommandeur der Uboote.
U-Hai Unglück mit 19 Toten Der Kommandeur der Uboote dankt Dr. Pohl für die Anteilnahme der UK München.

1967: Karl-Heinz Esser wird zum 2. Vorsitzenden der UKM gewählt.

1968: Die UKM kann endlich eine lang gehegte Absicht in die Tat umsetzen und die Marinekameradschaft Salzburg besuchen, in deren Reihen auch ehemalige Ubootfahrer ihre kameradschaftliche Heimat gefunden hatten.
Dönitz in München Im Oktober findet der dritte Besuch des Großadmiral a.D. Karl Dönitz in München statt. Eintrag ins Gästebuch am 26.10.1968.
Im September 1968 trifft sich die UK das letzte Mal im Torbräu; das nächste Treffen im November findet dann bereits in Hein Esser's Hamburger-Fischstube statt.

1969 - 1993

Die Hamburger-Fischstube am Isartor Ab dem 01. Januar 1969 steht hier im Lokal des 2. Vorsitzenden unserer UK ein abgeschlossener Raum zur Verfügung, dessen maritime Ausstattung unserem Kameraden Högel übertragen wird.

Im Mai 1970: Internationales Ubootfahrertreffen in Bendor / Frankreich
Internationales Ubootfahrertreffen Die alten Ubootfahrer: "Wir beginnen Europa von der Basis her aufzubauen"

Zeitungsschlagzeile Anfang August 1971: U 995 und die Stadt Kiel Letztlich hat das Boot einen besseren Liegeplatz als in Kiel bekommen! Wenn es nach der UK München gegangen wäre, wäre das deutsche Museum der letzte Liegeplatz geworden.

Mai 1972: Internationales Ubootfahrertreffen in Stresa am Lago Maggiore.

11. Internationales Ubootfahrertreffen in Salzburg April / Mai 1973: Internationales Ubootfahrertreffen in Salzburg.

Mai 1974: Internationales Ubootfahrertreffen in Brest/Frankreich.
Oktober 1974: 6. Nationales Ubootfahrertreffen in Damp.

08. - 11. Mai 1975: 13. Internationales Ubootfahrertreffen in München.
13. Internationales Ubootfahrertreffen in München Kranzniederlegung im Hofgarten: Kranzträger FKpt Gunther Hartmann (links) und FKpt Hannes Ewerth.
Am 18. Dezember 1975 stirbt Kapitän zur See a.D. Karl Neureuther, langjähriger Vorsitzender der ersten Münchener Ubootkameradschaft, in Garmisch-Partenkirchen.

Mai 1976: Internationales Ubootfahrertreffen in San Remo/Italien.

Am 09. Januar 1977 stirbt Heinrich "Ajax" Bleichrodt in München.

November 1978: Nationales Ubootfahrertreffen in Damp.

Am 27. Oktober 1979 feiert die UKM den 20. Jahrestag der Wiedergründung.

Am 10. Oktober 1980 trägt FKpt Hans-Jürgen Heise bei der UKM über den "Auftrag der deutschen Ubootwaffe im Rahmen der Flotte" vor.
Kommandeur 3. Ubootgeschwader 24. Dezember 1980: Großadmiral a.D. Karl Dönitz verstirbt in Aumühle.
Für an der Beerdigung am 06. Januar 1981 teilnehmende Soldaten hatte Verteidigungsminister Apel ein Uniformtrageverbot erlassen.

Korvettenkapitän a.D. Adalbert Schnee, Präsident des VDU, stirbt am 04. November 1982. Beim 10. Nationalen Ubootfahrertreffen in Willingen wird am 19. November 1982 Kapitän zur See a.D. Kurt Diggins zum Nachfolger gewählt.

Mai 1983: 21. Internationales Ubootfahrertreffen in Fulda
Kommandeur Ubootflottille Bildmitte Kapitän zur See Hannes Ewerth, Kommandeur Ubootflottille, links daneben Kurt Diggins.

Nach dem ersten Besuch von 1981 lädt Rudi Zeilhofer die UK 12. Oktober 1984 zum zweiten Kameradschaftsabend in die Kantine seiner Firma Grill & Zeilhofer nach Markt Schwaben ein, um seine Gäste mit köstlichen Leckereien der sogenannten "Grill Stuben" zu verwöhnen.

November 1985: 12. Nationales Ubootfahrertreffen in Willingen.

1986: Das Bootstreffen von U 471 im Mai in Hein Essers Fischstuben ist Anlass für die UKM, ein außerordentliches Treffen zusammen mit den Kameraden von U 471 durchzuführen.
Im Juni organisiert Hermann Wien die Besichtigung der Firma MAN in Augsburg. Das Hauptinteresse der ehemaligen Ubootfahrer liegt natürlich im Bereich des Dieselmotorenbaus.
Am 02. August feiert die UKM ihr 60-jähriges Gründungsfest.

Im August 1987 ist die UK Unterfranken zu Gast bei der UK München in Hein Essers Fischstube.

August 1988: Die UKM erhält durch Oberfeldwebel Wolfgang Thoma vom Panzerbataillon 244, Landshut, Verbindung zur Panzerwaffe der Bundeswehr. Bereits im Oktober wird so die Besichtigung des Panzerbataillons in Landshut möglich.
Die jährliche Adventsfeier ist die letzte Zusammenkunft der UKM in Hein Essers Fischstube. Aufgrund der Renovierung des Riegerbaus muss Hein Esser sein bekanntes Münchener Fischrestaurant schließen.

Das neue Versammlungslokal wird ab dem 03. Februar 1989 das "Wirtshaus Zum Isartal" in der Brudermühlstraße.
Am 08. Juli feiert die UKM den 30. Jahrestag ihrer Wiedergründung, musikalisch umrahmt von Chor und Band des Matrosenchors München.
Anlässlich des 70. Geburtstages des seit 30 Jahren tätigen Geschäftsführers der UKM, Max Schadhauser, hat Kamerad Zeilhofer im November wieder in bewährter Form zum Herrenabend in die Firma Grill & Zeilhofer nach Markt Schwaben eingeladen; die "Grillstuben" wurden erneut allen Ansprüchen gerecht.

Der Wirt des "Wirtshaus Zum Isartal" übernimmt den "Hofbräukeller" in der Inneren Wiener Straße. Und auch die UKM wechselt in das neue Versammlungslokal und triff sich dort erstmals am 12. Januar 1990.
Truppenübungsplatz Grafenwöhr Ebenfalls im Januar organisiert unser Panzerkamerad Thoma die Besichtigung des Schulschießens mit dem Kampfpanzer Leopard 2 auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr - mit Mittagessen und gemütlichem Ausklang inklusive.

Truppenübungsplatz Münsingen Auch 1991 steht unter der Regie der Landshuter Panzerfahrer: 29 Kameraden und vier Damen der UKM nehmen auf dem Truppenübungsplatz Münsingen an einem scharfen Schießen mit dem Leo 2 teil. Auch zum Familien-Grillfest der 2. Kompanie dieses Panzerbataillons im August wird die UKM nach Landshut eingeladen.

Beim 30. Internationalen / 15. Nationalen Ubootfahrertreffen in Willingen im April 1992 wird unserem Geschäftsführer, dem Kameraden Max Schadhauser, in Anerkennung seiner Verdienste um die Ubootkameradschaft München seit über 30 Jahren vom scheidenden Präsidenten des VDU, Kpt.z.S. a.D. Kurt Diggins, das Europakreuz der CEAC Sektion in der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Bei der Neuwahl des VDU Vorstands stellt sich Kurt Diggins nicht mehr zur Wahl. Mit Fregattenkapitän Gunther Hartmann übernimmt erstmals ein Ubootfahrer der Bundesmarine das Amt des VDU-Präsidenten.
Neuer Präsident Von links: Heinz Thois, Dr. Wolfgang Pohl, Kurt Diggins, Gunther Hartmann.

Am Tag der Deutschen Einheit, dem 03. Oktober 1992, wird am U-Boot-Ehrenmal in Möltenort die Bronzetafel für die etwa 100 gefallenen SEEHUND-Fahrer eingeweiht. Dr. Wolfgang Pohl hatte sich jahrelang im VDU für deren Anerkennung als Ubootfahrer eingesetzt - nicht nur aus technisch-legitimiertem Verständnis sondern auch, um ihnen eine Gedenktafel in Möltenort zu ermöglichen.

Anlässlich der bevorstehenden Beendigung seiner Bundeswehrzeit lädt OFw Wolfgang Thoma die UKM mit 20 Kameraden zum Panzerschießen am 25. November 1993 nach Grafenwöhr ein.